Wie man eine Gesellschaft in Frankreich gründet. Französisches Gesellschaft am Beispiel der Transportbranche

„Da ist etwas faul …“ – das war mein erster Gedanke, nachdem ich mehrere Wochen lang zahlreiche Anfragen von Transportunternehmen erhalten hatte, die angeblich lediglich eine Gesellschaft in Frankreich registrieren wollten, in Wahrheit jedoch nach Möglichkeiten suchten, die Kabotagebeschränkungen zu umgehen.

Dabei ist die Gründung einer französisches Gesellschaft grundsätzlich unkompliziert und unterscheidet sich nicht wesentlich von der Aufnahme anderer wirtschaftlicher Tätigkeiten. Entscheidend für den späteren Erfolg ist jedoch die richtige Rechtsform sowie die sorgfältige Vorbereitung der Struktur – insbesondere im Transportsektor.

Warum ist die Rechtsform so wichtig?

Im Transportwesen genügt ein „Papierunternehmen“ mit virtueller Adresse oder im Ausland zugelassenen Fahrzeugen nicht. Die französische Verwaltung überprüft genau, ob das Unternehmen tatsächlich eine reale Geschäftstätigkeit in Frankreich ausübt.

Ein rein virtuelles Büro, ausländische Fahrzeuge oder fehlende Leitung vor Ort können nicht nur zur Versagung der Lizenz führen, sondern auch zu erheblichen Sanktionen.

Daher empfehle ich, bevor man eine Gesellschaft in Frankreich gründet:

  • rechtliche Beratung einzuholen,
  • einen realistischen Businessplan zu erstellen,
  • erst danach die Registrierung einzuleiten.

Wie gründet man eine Gesellschaft in Frankreich? — Schritt für Schritt

Die folgenden Schritte gelten sowohl allgemein als auch für regulierte Branchen wie den Transportsektor.

Schritt 1: Wahl der Rechtsform (SARL/EURL, SAS/SASU oder vereinfachte Aktiengesellschaft in Frankreich)

Bei der Gründung einer französisches Gesellschaft stehen verschiedene Rechtsformen zur Verfügung:

SARL / EURL

  • feste, vorhersehbare Struktur,
  • geeignet für kleinere Unternehmen,
  • klar geregelte Anteilsübertragungen.

SAS / SASU vereinfachte Aktiengesellschaft in Frankreich

  • flexible Gestaltung der Satzung,
  • geeignet für Investoren,
  • günstiger Versicherungsstatus des Präsidenten.

Schritt 2: Festlegung des Stammkapitals

Frankreich kennt kein Mindestkapital für SAS/SASU und SARL/EURL.

Wichtig:

  • Mindestens 20 % müssen bei der Gründung eingezahlt werden,
  • Sacheinlagen sind zulässig,
  • Aufteilung der Anteile entsprechend der Einlagen.

Schritt 3: Erstellung der Satzung (statuts)

Die Satzung regelt u. a.:

  • Vertretungsbefugnisse,
  • Entscheidungsprozesse,
  • Anteilsübertragungen,
  • Vergütung des Managements,
  • Organisation der Gesellschafter-/Aktionärsversammlungen.

Gerade bei einer SAS/SASU bietet die Satzung große Flexibilität — eine wesentliche Stärke dieser französisches Gesellschaft.

Schritt 4: Bankkonto eröffnen & Kapital einzahlen

Die Bank verlangt Informationen über:

  • wirtschaftlich Berechtigte,
  • Art der Tätigkeit,
  • Umsatzprognosen,
  • Finanzierung.

Nach Einzahlung stellt die Bank die attestation de dépôt des fonds aus, notwendig für die Registrierung.

Schritt 5: Bestimmung der Organe

Je nach Rechtsform:

  • SARL/EURL → gérant,
  • SAS/SASU → président,

Schritt 6: Eintragung im Handelsregister (RCS)

Die Registrierung erfolgt über die INPI-Plattform. Erforderlich sind u. a.:

  • Satzung,
  • Nachweis der Kapitaleinzahlung,
  • Dokumente des Managements,
  • Nachweis der Geschäftsadresse.

Nach Prüfung wird der Kbis erteilt – die offizielle Registrierung der französisches Gesellschaft.

Schritt 7: Steuerliche & operative Aktivierung

  • Vergabe der USt.-IdNr. (TVA),
  • Meldungen bei Versicherungen,
  • Buchhaltung,
  • Branchenspezifische Registrierungen.

Besonderheiten im Transportwesen

Damit eine Transportlizenz erteilt wird, muss die Gesellschaft tatsächlich in Frankreich präsent sein.

Die Verwaltung prüft z. B.:

  • echte Betriebsbasis,
  • Verfügbarkeit der Fahrzeuge,
  • Leitung vor Ort,
  • tägliche operative Kontrolle,
  • Einhaltung der EU-Verordnung 1071/2009.

Wie man eine Gesellschaft in Frankreich gründet?

Der Prozess ist strukturiert und gut beherrschbar – sofern man ihn korrekt vorbereitet.

Die wahre Herausforderung für Transportunternehmen liegt nicht in der Registrierung, sondern in der Erfüllung der Voraussetzungen für die Transportlizenz, die eine echte operative Präsenz in Frankreich voraussetzt.

Eine solide rechtliche und organisatorische Vorbereitung schützt vor Verzögerungen und Sanktionen und sichert einen erfolgreichen Start Ihrer französisches Gesellschaft.

Strasbourg, 03.12.2025